OKI-Logo Kommunion von Nichtkatholiken

 

Als wir jüngst das Evangelium vom Unkraut und vom Weizen lasen, fiel mir wieder ein, dass gelegentlich in einer hl. Messe mit vielen ökumenischen Gästen vor der hl. Kommunion der Gemeinde gesagt wird, dass Nichtkatholiken nicht die hl. Kommunion empfangen sollen. Mir scheint, es ist besser, nichts zu sagen. Eine Einladung wie in evangelischen oder orthodoxen Liturgien steht ohnehin nicht in unserer Ordnung der hl. Messe.

Es gibt sicher gute Gründe für so eine ausschließende Ansage, die nach den örtlichen Umständen sehr verschieden sein können. Insgesamt hätte ich Bedenken, so eine Ansage zu machen, da es sein könnte, dass ein Nichtkatholik dabei ist, der nach unserer Rechtslage durchaus zur hl. Kommunion mit den Katholiken gehen kann. Seit dem Kirchentag in Berlin entsteht das Gerücht, die Bestimmungen der Katholischen Kirche zum Kommunionempfang hätten sich verändert und schließen Nichtkatholiken aus.

Es hat sich nichts geändert. Weiter können Nichtkatholiken unter bestimmten Umständen bei uns kommunizieren. Es gelten Canon 844 unseres Codex Iuris Canonici, Canon 621 des katholischen Kodex des östlichen Kirchenrechtes, Nr. 129 des Direktoriums zur Ausführung der Prinzipien und Normen über den Ökumenismus, und die Nummern 45 und 46 der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia (s.u.), wo der Papst meint, es sei ein Grund zur Freude, dass katholische Priester gelegentlich auch anderen Christen die hl. Kommunion spenden.

Zu meinen kurzen Zeilen zu dieser Frage ermutigt mich, was Papst Benedikt zur Aufhebung der Exkommunikation der "Piusbrüder" schreibt. Offenbar kann also auch zur communio zugelassen werden, wer erhebliche Teile der katholischen Wahrheit nicht akzeptiert und uns sogar vorwirft, wir hätten die alte Tradition verlassen.

Ökumenisch bemerkenswert ist das Wort vor der hl. Kommunion, das bei den Papstmessen in Freiburg im Breisgau im September 2011 durch Sprecher vorgetragen wurde: "Der Empfang der Heiligen Kommunion ist Ausdruck unser innigsten Vereinigung mit Christus. Bei der Kommunionspendung wird jedem Gläubigen die heilige Hostie gezeigt mit den Worten: ‚Der Leib Christi.’ Wer zur Kommunion hinzutritt, muss dazu ehrlichen Herzens ‚Amen’ sagen können: Ja, ich glaube, in diesem Brot ist Christus selbst gegenwärtig."


In Nr. 46. Ecclesia de Eucharistia schreibt Papst Johannes Paul II.: In der Enzyklika Ut unum sint habe ich selbst meine Wertschätzung für diese Norm zum Ausdruck gebracht, die es gestattet, für das Heil der Seelen mit dem gebotenen Unterscheidungsvermögen Sorge zu tragen: »Ein Grund zur Freude ist in diesem Zusammenhang, daran zu erinnern, daß die katholischen Priester in bestimmten Einzelfällen die Sakramente der Eucharistie, der Buße und der Krankensalbung anderen Christen spenden können, die zwar noch nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen, aber sehnlich den Empfang der Sakramente wünschen, von sich aus darum bitten und den Glauben bezeugen, den die katholische Kirche in diesen Sakramenten bekennt. Umgekehrt können sich in bestimmten Fällen und unter besonderen Umständen auch die Katholiken zum Empfang derselben Sakramente an die Geistlichen jener Kirchen wenden, in denen sie gültig gespendet werden.«


In Nr. 45 Ecclesia de Eucharistia schreibt Johannes Paul: Die Spendung der Eucharistie ist unter besonderen Umständen und an einzelne Personen möglich, die zu Kirchen oder kirchlichen Gemeinschaften gehören, die nicht in der vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen. In diesem Fall geht es nämlich darum, einem schwerwiegendem geistlichen Bedürfnis einzelner Gläubigen im Hinblick auf das ewige Heil entgegen zu kommen, nicht aber um die Praxis einer Interkommunion, die nicht möglich ist, solange die sichtbaren Bande der kirchlichen Gemeinschaft nicht vollständig geknüpft sind.

 

vgl. auch   Brief von Dr. Wyrwoll an Superintendent Dr. Thomas Kück in Stade
den Kommunionempfang betreffend
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